Die Jahre lehren viel, was die Tage niemals wissen.
Zur Vorführung
In unserem Haus wird es am Dienstag eine wundervolle Vorführung geben…
Warum? Ganz einfach: Manuel kommt, um irgendwelche Sachen abzuholen (By the way: Die muss ich dringend noch aus dem Keller holen, sonst springt mein Papa mir an die Gurgel). Und da er schon immer eine feige Sau war, kommt er nicht alleine, sondern mit Schützenhilfe in Form des Jugendamtes…
Dieses Jugendamt glaubt dem Scheißkerl noch immer und geht tatsächlich davon aus, dass meine Eltern schlecht mit ihren Pflegekindern umgehen.
Diesen Unterstellungen geben wir, so haben wir beschlossen, ironisches Futter.
Wenn die am Dienstag kommen, werde ich in der Kleidung meines Vaters herumlaufen, (denn laut Manuel musste er immer Papas Sachen auftragen, dass er Kleidung bekommen hat, die ungefähr fünfmal so viel wert war wie meine- weil ich auf Marken nicht so viel wert lege- wird mal schon unterschlagen), mich schön blass schminken (denn auf Gesundheit wird in diesem Haushalt bekanntlich nicht geachtet) und total unterwürfig wirken (da meine Eltern bekanntlich mit Gewalt zur Unterwürfigkeit erziehen).
Vielleicht versteht das Jugendamt diese Ironie, wenn nicht, wissen wir, dass Manuel neue Dumme gefunden hat und wir hatten wenigstens unseren Spaß.
Des Geldes wegen, aber will ich das?
Die Sache mit dem Kindergeld stellt sich als viel schwieriger heraus, als ich das zu Anfang vermutete.
Da meine biologischen Eltern leider Gottes weder verschollen, noch verstorben sind, muss der Kindergeldantrag von einem von ihnen gestellt werden.
Ich brauche dieses Geld ganz dringend, ohne ist das Überleben ziemlich schwierig…
Also muss ich mich, wohl oder übel, an einen meiner biologischen Elternteilen wenden, wenn ich irgendwie an Geld kommen möchte.
Die Wahl ist nach langer Überlegung auf den männlichen Part gefallen.
Es hat einige Zeit gedauert, bis ich wenigstens mal die aktuelle Adresse herausgefunden habe…
Ich persönlich habe ja die Ahnung, dass er versucht, unter zu tauchen, aber dafür habe ich letztlich keine Beweise.
Bei meiner vorletzten Arbeitsstelle habe ich gelernt, wie ich an Informationen komme, die man eigentlich gar nicht geben möchte…
Nun wird morgen, im Namen meines Papas, ein Brief losgeschickt, in der Hoffnung, dass das Ganze ohne Rechtsanwalt machbar ist… Denn auf Dauer kann ich seine Dienste nicht ohne Gegenleistung in Anspruch zu nehmen…
Aber wirklich glücklich bin ich nicht mit der Tatsache, dass ich nun gezwungenermaßen Kontakt zu dem Kerl aufnehmen muss…
Ich werde wohl damit leben müssen, auch wenn ich iwrklich Angst vor den Folgen habe!
Halloween in Köln
Köln- Karneval! Das gehört zusammen…
Und da es an Halloween ja auch nur noch um`s Verkleiden geht und das wiederum stark mit dem werten Karneval zusammenhängt, dachte ich, dass mich in Köln eine fette Sause erwarten würde…
Tja, eindeutig falsch gedacht…
Ich muss ganz ehrlich sagen, dass selbst in der kleinen Stadt in meiner Nähe mehr los war als in Köln, wenn man mal das Chaos wegen des vorausgegangen Fußballspiels.
Meine Enttäuschung hielt sich, dank der tollen Menschen, mit denen ich letztlich gefeiert habe, in Grenzen.
Es war toll, mein altes Volleyballteam mal endlich wieder zu sehen und ordentlich zu feiern.
Ich war zwar schon immer was jünger als alle andern, aber das hat uns noch nie etwas ausgemacht und wer in einem solchen Haus wohnt wie Hackes, der muss es auch ordentlich vorführen, das hat er getan!
Außerdem war es wundervoll, dass diese Freundschaften allesamt so grandios funktionieren obwohl wir uns nur so selten sehen (oder ist das genau der Knackpunkt? Ich muss gestehen, dass mir das ziemlich egal ist, solange es funktioniert).
Ich mag Köln
Durch Köln zu laufen, ist doch immer wieder ein Erlebnis.
Dies mit einem Kleinkind im Kinderwagen zu tun, ist noch interessanter.
Man wird auf die seltsamste Arten und Weisen angesprochen, so etwas hatte ich vorher noch nie erlebt!
Das wirklich Tolle an der Stadt ist aber meiner Meinung nach, dass es nicht so eine typische Großstadt ist, sondern dass man da auch, wie in Kleinstädten oder gar Örtchen, gegrüßt und einem im Notfall geholfen wird.
Köln hat einfach Charme und Flair, das kann man nicht anders sagen,
ich mag Köln und wenn alles so läuft, wie ich das gerne hätte (aber mal im Ernst: Wann tut es das schon?), dann lebe ich, wenn ich groß bin, da!
Gleicharbeitende Gehirne schaffen viel
Ich sollte mit zwei Mitschülerinnen ein Referat halten, dieses hat erst einmal jede für sich vorbereitet, sich Informationen herausgesucht und niedergeschrieben und so weiter und so fort. Aus gesundheitlichen Gründen ist eine ausgeschieden, mit der anderen habe ich mich jetzt hingesetzt und innerhalb von knapp vier Stunden das Referat und die dazugehörige Präsentation gemacht.
Das Schöne an der Sache war, dass unsere Notizen sich beinahe bis aufs Wort glichen und wir wirklich sehr häufig genau das Gleiche dachten.
Wir hatten Spaß und haben unglaublich viel geschafft, so macht Arbeiten Spaß!
Nachtrag:
Für das obengenannte Referat haben wir eine eins minus bekommen, meine bisher schlechteste Note!
Ich mag die Berufsschule
Ich mag sie wirklich!
Ich hatte so meine Vorurteile und habe diese, nach circa drei Monaten, bestätigt gesehen und das freut mich wirklich sehr!
Wir schreiben jetzt morgen unsere erste wirkliche Klausur (vorher gab es nur Tests und ein paar Hausaufgaben, die eingesammelt wurden) und in der letzten Woche haben wir für ebendiese fast wortwörtlich die Aufgaben und die nötigen Antworten erhalten, das klingt jetzt krank und das ist es auch!
Das muss man sich mal überlegen! Da wird unser Wissen geprüft und uns wird genau gesagt, was wir zu wissen haben.
Wenn ich diese Ausbildung nicht mit einer glatten Eins abschließe, dann springe ich wohl kopfüber vom nächsten Ast.
(Guuut, es gibt auch Fächer, in denen das nicht so einfach wird, aber da kann man dann ja mal lernen!)
Nachtrag: Ich habe meine ersten Hausaufgaben, Referate etc und so weiter zurückbekommen und stehe doch unglaublicher aber wahrhaftiger Art und Weise wirklich in jedem Fach schlechtestens eins minus!!!
Freud`sche Fehlleistungen und anderes
Letzte Woche war ich kurzfristig in einer Vorlesung einer nahegelegenen Uni, dort ging es Psychologie und darum, inwiefern sich diese von Freud`schen Theorien unterscheidet.
Der hatte wirklich seltsame Ideen, aber das weiß jeder, der sich einfach mal ein wenig mit ihm auseinander gesetzt… Völlig bekloppt der Kerl.
Naja, worauf ich eigentlich hinaus wollte:
Ich hatte in der letzten Woche die erste Vorlesung meines Lebens und kann es nun kaum noch erwarten, endlich studieren zu können, auch wenn mir klar ist, dass das noch gefühlte Jahrhunderte dauern wird.
Ich muss erst einmal meine Ausbildung beenden- und ich bin erst im ersten Jahr-, dann muss ich zwei Jahre Berufserfahrung sammeln und erst dann darf ich, eventuell und nur, wenn bis dahin die Regeln nicht geändert wurden, studieren gehen.
Ich habe an meiner Berufsschule einen Lehrer, der auch an der Uni redet und der ist wirklich gut, auch der macht mir Laune auf mehr.
Ich werde wohl noch ein wenig abwarten müssen…
Was man nicht so alles tut